Radiologie im Umbruch

Die niedergelassene Radiologie ist im organisatorischen Umbruch. Das hat Gründe und das hat Folgen. Als Deutsche Radiologienetz AG beschreiben wir auf diesen Seiten beides. Und unsere Antwort darauf.

Willkommen im Dialog!
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Kosten steigen, Einnahmen fallen

Die Einnahmen radiologischer Praxen sind ein Verteilungsergebnis von Versichertenbeiträgen, deren Dynamik sich aus Konjunktur und Beitrags­sätzen ergibt. An der Verteilung der Beiträge sind Radiologen praktisch nicht beteiligt. Die Einnahmen sinken seit 1994.

Die Kosten radiologischer Praxen sind das Ergebnis unternehmerischer Tätigkeit. Ihre Dynamik ergibt sich aus Inflation, Innovation und Marktmacht. Die Kosten steigen.

Die Praxen haben längst darauf reagiert

Die niedergelassene Radiologie in Deutschland hat sich dem steigenden Reform- und Budgetdruck erfolgreich gestellt und stufenweise weiterentwickelt. Das diagnostische und therapeutische Angebot wurde komplettiert, die Kosten unter Kontrolle gebracht, die Qualitätsstandards verbessert. Im nächsten Schritt sind die Praxen gewachsen oder mit anderen Praxen verschmolzen. Durch den Zusammenschluss in überregionalen Verbünden und Netzwerken konnten weitere Optimierungspotenziale gehoben werden.

Konsolidierung bedeutet auch Konzentration

Als praxisindividuelle Verbesserungen weitgehend ausgeschöpft waren, setzte ein Trend zur Vergrößerung der Praxen ein. Von über 1.000 radiologischen Einzelpraxen im Jahr 2002 sind bis 2015 knapp ein Viertel übrig, die nur noch 8% der Ärzte stellen. Denn das Zusammenlegen von Kassenarztsitzen unter einen Gemeinschaftspraxisvertrag ermöglicht die Verteilung der Kosten auf mehr Kassenärzte.

Trend zu Vernetzung und Kooperation

Als die regionalen Möglichkeiten zur Zusammenlegung von Einzelpraxen in größere Gemeinschaftspraxen weitgehend ausgeschöpft waren, setzte die dritte Stufe der Rationalisierung ein. Große Gemeinschaftspraxen schließen sich zu überregionalen Verbünden und Netzwerken zusammen, die einerseits keine vollständige Integration und damit den Verzicht auf die Selbständigkeit verlangen. Andererseits bieten sie zusätzliche Rationalisierungspotentiale durch Einkaufsgemeinschaften, Benchmarking, berufspolitische Vertretung und den Austausch der Praxen untereinander.

Genügt das?

Die Megatrends im Gesundheitswesen lassen sich weder aufhalten noch umkehren. Die demographische Entwicklung erhöht die Nachfrage, das Beitragssatzniveau lässt keine zusätzlichen Einnahmen erwarten und der globale technologische Fortschritt beschleunigt sich weiter.

Insgesamt entwickeln sich die Herausforderungen dynamischer als ihre Lösungen! Und neue Herausforderungen warten…

Weitere Herausforderungen am Horizont

Mit der Konsolidierung der Praxen ändert sich das Berufsbild des Radiologen. Die „Generation Y“ ist eher hedonistisch orientiert und meidet die Mühen und Unsicherheiten der Selbständigkeit. Größer gewordene Praxen müssen ihre inneren Organisationsstrukturen dem Wachstum anpassen und sich neuen Wettbewerbsbedingungen stellen, um erfolgreich am Markt bestehen zu können.

Neuer Wettbewerb

Das Ringen um das begrenzte Patientengut am Radiologiemarkt hat erst begonnen. Lokalen Wettbewerb gab es schon immer. Jetzt drängen aggressive, auch überregional tätige Player in den Markt. Krankenhauseigene MVZ sollen helfen, stationäre Defizite auszugleichen. Radiologie- und Krankenhausketten suchen neue Märkte für das Umsatz- und Renditewachstum. Eine ganz neue Wettbewerbsdynamik entsteht, weil nun erste Finanzinvestoren in den Radiologiemarkt einsteigen.

Krankenhäuser erobern die ambulante Versorgung mit eigenen MVZ

Vorbild Labormarkt?
Umsatz in 6 Jahren fast verdreifacht!

Die Konsolidierung in der Labormedizin zeigt eine solche Entwicklung. Aus einer kleinen Gruppe von 15 Laborärzten in Frankreich hat sich seit 2003 ein milliardenschwerer europäischer Konzern entwickelt.

Quelle: Arztreport 2015, KBV

Quelle: www.labco.eu

Blick in die Zukunft

Wie entwickelt sich der Radiologiemarkt?

Der Radiologiemarkt wächst, aber nur große und stabile Verbände werden davon profitieren. Denn:

  • Größe erlaubt bessere Wirtschaftlichkeit und höhere Qualität
  • Größe gibt eine exklusive Verhandlungsposition mit Lieferanten und großen Kunden wie Krankenkassen oder Krankenhauskonzernen
  • Die Diversifizierung durch viele Standorte minimiert das Risiko
Zukunftsperspektive für freiberufliche Radiologen

Erfolgreiche Praxen haben in der DeRaG beste Perspektiven. Aber es gibt auch weniger erfolgreiche Praxen, die in der DeRaG eine gesicherte Zukunft finden. Viele Praxisinhaber machen sich Sorgen um die zukünftige Vergütung, um ihren Ausstieg und um das ungehemmte, potenziell bedrohliche Wachstum von Radiologieketten und Finanzinvestoren. Die DeRaG bietet Ihnen interessante Optionen!


Interessant ist die DeRaG auch für Praxen,
die mit akuten Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Wenn Sie:

  • Keinen Nachfolger oder keinen Ersatz für einen erkrankten Radiologen finden, insbesondere:
    • weil sie von einem oder wenigen Gesellschaftern gehalten werden und damit für Berufseinsteiger zu teuer sind
    • weil gleich mehrere Gesellschafter aufhören wollen
    • weil sie als Verbünde mit angestellten Ärzten bereits unfreiberufliche Firmenstrukturen aufgebaut haben, mit
    • denen Jungradiologen überfordert wären
    • weil sie als Verbünde mit angestellten Ärzten zurück in die freiberufliche Niederlassung wollen, aber keinen
    • Finanzgeber, Manager finden, der sie dabei unterstützt
  • An Krankenhäuser, Teilradiologen, Investoren oder Ketten verkaufen wollen
  • Von Gesellschafterstreit zermürbt sind und ohne Rauskauf von Partnern nicht überleben
  • Sich zu verschuldet fühlen und das Risiko nicht mehr tragen wollen (oder ihre Banken nicht)
  • Notwendige Reinvestition oder Wachstum nicht mehr selber bezahlen wollen
  • In wirtschaftliche Schieflage bis zur Insolvenz gekommen sind.
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